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Gestörte Glukosetoleranz

Kurz erklärt: Gestörte Glukosetoleranz

Übergewicht und Bewegungsarmut sind Risikofaktoren von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus. Dazu gehört allerdings auch die oft unerkannt bleibende gestörte Glukosetoleranz. Ca. 20 % der Bevölkerung zwischen 55 – 74 Jahren leidet schätzungsweise in Deutschland an einer bisher nicht erkannten gestörten Glukosetoleranz. Das häufige Ausbleiben einer Diagnose dieser Erkrankung gilt als Mitursache für die deutliche Ausbreitung der Zuckerkrankheit, denn man geht heute davon aus, dass eine gestörte Glukosetoleranz in den meisten Fällen den Übergang zum Diabetes mellitus darstellt.

Das Krankheitsbild zeigt sich durch einen krankhaften Blutzuckeranstieg nach der Einnahme von Glukose. Im Unterschied zu einem Diabetes mellitus ist der Nüchternblutzucker meist normal. 3 – 10 % der Menschen mit gestörter Glukosetoleranz entwickeln im Laufe eines Jahres einen Diabetes mellitus. Ein erhöhtes Risiko einer Herz-/Kreislauferkrankung findet sich bereits in diesem Vorstadium. Studien zeigen, dass gut 30 % der Patienten mit Herzinfarkt eine bisher nicht erkannte gestörte Glukosetoleranz haben. Aus diesen Gründen sollte aus medizinischer Sicht die Priorität darauf liegen, solch eine Erkrankung frühestmöglich festzustellen.

Glukosetoleranztest schafft Klarheit

Deshalb empfiehlt z. B. die amerikanische Diabetesgesellschaft bei Infarktpatienten einen Glukosetoleranztest durchzuführen. In Deutschland fehlen dementsprechenden Empfehlungen für die Durchführung eines Glukosetoleranztestes jedoch. Die gesetzlich geregelte Früherkennungsuntersuchung ab dem 35. Lebensjahr erfasst nur den Nüchternblutzucker und untersucht den Urin, der allerdings erst Zucker bei Blutzuckerwerten oberhalb von 180 mg/dl aufweist. Bei einer gestörten Glukosetoleranz liegen die Werte niedriger. Ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT), welcher auch niedrigere Blutzuckerwerte erfassen würde, ist in diesen Bestimmungen nicht vorgesehen.

Bei Verdacht auf jeden Fall testen

Bei Verdacht auf eine Zuckererkrankung oder Zweifeln an der Diagnose sollte der Test auf jeden Fall durchgeführt werden. Wenn die Blutzuckerwerte unter Alltagsbedingungen z. B. stark schwanken oder ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt, kann der Glukosetoleranztest weiterhelfen.

Weiterführende Informationen:

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Autor: Carolin Bunge

Quelle: Scherbaum, W.A. (Hsg.): „Pschyrembel Wörterbuch der Diabetologie“, Berlin (2003)
http://www.dr-bothe.de/IGEL/body_igel.html
www.netzwelt.de

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