Erstellt am: 06.10.2005
Letzte Änderung am: 06.10.2005
Das Krankheitsbild zeigt sich durch einen krankhaften Blutzuckeranstieg nach der Einnahme von Glukose. Im Unterschied zu einem Diabetes mellitus ist der Nüchternblutzucker meist normal. 3 – 10 % der Menschen mit gestörter Glukosetoleranz entwickeln im Laufe eines Jahres einen Diabetes mellitus. Ein erhöhtes Risiko einer Herz-/Kreislauferkrankung findet sich bereits in diesem Vorstadium. Studien zeigen, dass gut 30 % der Patienten mit Herzinfarkt eine bisher nicht erkannte gestörte Glukosetoleranz haben. Aus diesen Gründen sollte aus medizinischer Sicht die Priorität darauf liegen, solch eine Erkrankung frühestmöglich festzustellen.
Glukosetoleranztest schafft Klarheit
Deshalb empfiehlt z. B. die amerikanische Diabetesgesellschaft bei Infarktpatienten einen Glukosetoleranztest durchzuführen. In Deutschland fehlen dementsprechenden Empfehlungen für die Durchführung eines Glukosetoleranztestes jedoch. Die gesetzlich geregelte Früherkennungsuntersuchung ab dem 35. Lebensjahr erfasst nur den Nüchternblutzucker und untersucht den Urin, der allerdings erst Zucker bei Blutzuckerwerten oberhalb von 180 mg/dl aufweist. Bei einer gestörten Glukosetoleranz liegen die Werte niedriger. Ein oraler Glukosetoleranztest (OGTT), welcher auch niedrigere Blutzuckerwerte erfassen würde, ist in diesen Bestimmungen nicht vorgesehen.
Bei Verdacht auf jeden Fall testen
Bei Verdacht auf eine Zuckererkrankung oder Zweifeln an der Diagnose sollte der Test auf jeden Fall durchgeführt werden. Wenn die Blutzuckerwerte unter Alltagsbedingungen z. B. stark schwanken oder ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt, kann der Glukosetoleranztest weiterhelfen.
Weiterführende Informationen:
Autor: Carolin Bunge
Quelle:
Scherbaum, W.A. (Hsg.): „Pschyrembel Wörterbuch der Diabetologie“, Berlin (2003)
http://www.dr-bothe.de/IGEL/body_igel.html
www.netzwelt.de