Erstellt am: 09.09.2005
Letzte Änderung am: 09.09.2005
Typ-1-Diabetes wurde lange Zeit auch juveniler Diabetes genannt, da er in der Regel bei Kindern, jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt. Doch es gibt auch Ausnahmen. Tritt die Zuckerkrankheit mit Insulinmangel im mittleren Lebensalter, wie es die Mediziner nennen, auf, spricht man von der selteneren Form LADA (latent onset autoimmune diabetes in adults).
Da die Symptome zusammen mit den erhöhten Blutglukosewerten jedoch erst
bei Erwachsenen auftreten, wird er nicht selten mit dem für dieses
Alter typischen Typ-2-Diabetes verwechselt. Es erfolgt meist eine
Behandlung mit Diät und/oder Tabletten, denn oft ist die
Bauchspeicheldrüse zumindest noch zum Teil funktionstüchtig. Werden bei
der Therapie Antidiabetika eingesetzt, die die Insulinausschüttung
anregen, bleibt diese einen gewissen Zeitraum noch aufrecht erhalten.
Doch damit ist die Zerstörung der Betazellen, die bei einer
Autoimmunkrankheit immer weiter fortschreitet, nicht aufzuhalten. Und
genau darum handelt es sich - ähnlich dem üblichen Typ-1-Diabetes - bei
einem LADA. Meist innerhalb weniger Monate nach der Diagnose ist der
Betroffene auf Insulin angewiesen.
Unterschied zum Typ-2-Diabetes
Der
Grund, weshalb LADA-Patienten im Gegensatz zum üblichen
Typ-1-Diabetiker auch eine gewisse Zeit mit oralen Antidiabetika
auskommen, liegt darin, dass die Zerstörung der Betazellen relativ
langsam vor sich geht und eine Restfunktion länger aufrecht erhalten
bleibt.
Auch eine Änderung der Lebensweise hin zu gesunder Ernährung
und zu ausreichend Bewegung zeigt zwar am Anfang einen positiven
Effekt, doch während dies bei Typ-2-Diabetikern dauerhaft die Insulinresistenz
verbessert, kann der LADA-Betroffene nur kurzzeitigen Erfolg erzielen.
Denn letztendlich nimmt die körpereigene Produktion des Hormons zwar
langsam aber stetig immer weiter ab.
LADA-Patienten sind im
Gegensatz zu Altersdiabetikern nicht übergewichtig und auch das
metabolische Syndrom (Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, usw.)
spielt hier keine Rolle. Eine Untersuchung auf spezielle Antikörper
bringt hier Klarheit. Denn anders als bei Typ-2-Diabetikern finden sich
hier solche gegen die insulinproduzierenden Betazellen im Blut.
Bei
etwa einem Drittel aller neudiagnostizierten Altersdiabetiker im Alter
von 25 bis 34 Jahren handelt es sich tatsächlich um späte Typ-1er. Je
älter die Betroffenen sind, um so geringer wird ihr Anteil. Bei
Patienten, die zwischen 54 und 65 Jahren neu erkranken, zählen nur noch
acht Prozent dazu.
Restfunktion der Bauchspeicheldrüse nimmt ab
Obwohl
auch von LADA Betroffene am Anfang noch eine teilweise funktionierende
Insulinausschüttung haben, unterscheiden sie sich hier ebenso von
Typ-2-Diabetikern: Denn ihre Bauchspeicheldrüse produziert nur noch
eine geringe Menge des Hormons - im Gegensatz zum Altersdiabetiker,
dessen Insulinspiegel zu Beginn der Erkrankung oft noch ziemlich hoch
ist. Auch eine Stimulation des Organs mit Hilfe einer Glucagonspritze
zeigt hier kaum Wirkung - ein Zeichen dafür, dass die Produktivität der
Betazellen weiter abnimmt.
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Autor: Ramona Völkl
Quelle:
www.diabetes.uni-duesseldorf.de
www.gesundheitpro.de
Reuter, P. "Springer Lexikon Medizin", Berlin Heidelberg New York (2004)
De Gruyter, W. "Pschyrembel Klinisches Wörterbuch", Berlin (2002)