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ED - nicht nur ein körperliches Problem

Diabetes und sexuelle Störungen - nicht nur ein körperliches Problem

Diabetes und sexuelle Störungen - nicht nur ein körperliches Problem Bei Diabetikern treten sexuelle Störungen häufig auf, und das nicht nur bei Männern. Etwa 50 - 80% aller Männer mit Diabetes haben sexuelle Probleme, hinzu kommen viele Frauen, die z.B. über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr klagen. Bei solchen Beeinträchtigungen können nicht nur körperliche, sondern auch psychische Faktoren eine Rolle spielen. Hier soll aufgezeigt werden, welchen Einfluss Ihre Psyche haben kann - und was man tun kann, um sich besser zu fühlen.

Schon kleine Veränderungen in der Qualität des Sexuallebens können einen gedanklichen Teufelskreis in Gang setzen, der den Ausbruch einer sexuellen Störung begünstigt oder diese noch verstärkt.

Selbstzweifel und Versagensangst werden zum Teufelskreis
Aufgrund der psychischen Belastung sinkt das Selbstwertgefühl. Selbstzweifel treten auf ("Ich tauge nichts mehr im Bett"). Bei Frauen kommt es häufig zu depressiven Verstimmungen. Nun kann ein Teufelskreis entstehen:

1. Die Person entwickelt Angst, erneut zu versagen ("Es könnte mir wieder passieren."), Sie befürchtet, den eigenen Ansprüchen oder denen der/des Partnerin/Partners nicht mehr gerecht werden zu können.

2. Die Angst kann so stark werden, dass sexueller Kontakt in Zukunft vermieden wird. Dadurch wird das Problem noch weiter verstärkt - denn die Angst zu versagen nimmt weiter zu.

3. Der/die Partner/in weiß vielleicht nichts von der Angst der/des Betroffenen und interpretiert den körperlichen Rückzug falsch ("Ich bin für ihn/sie nicht mehr attraktiv"). Partnerschaftskonflikte, Misstrauen, Unsicherheit und Vorwürfe können die Folge sein.

4. Durch die Konflikte in der Partnerschaft wird die Symptomatik verstärkt. Der/die Betroffene fühlt sich darin bestätigt, ein Versager zu sein, was seine Angst wiederum weiter verstärkt.

Den Teufelskreis durchbrechen: Darüber sprechen!
Die erste Anlaufstelle für das Problem sollte immer der/die Partner(in) sein! Heimliche therapeutische Aktionen führen nur zu weiteren Ängsten (z.B. davor, dass die Heimlichtuerei auffliegt), die sich wiederum negativ auf das Befinden auswirken. Viele Paare können aus Scham nicht miteinander reden. Wichtig ist es, mit offenen Karten zu spielen - auch das Gegenüber muss erst mit der neuen Situation vertraut gemacht werden.

Professionelle Hilfe holen

Nur 10% der Betroffenen suchen sich Hilfe. Dabei gibt es heutzutage viele Behandlungsmöglichkeiten, die Beschwerden lindern oder sogar beheben können.

Nur wenn offen mit dem Arzt des Vertrauens gesprochen wird, können die Probleme beseitigt werden. Viele Ärzte wissen um die Hemmungen, die Betroffene haben und nehmen diese und die Beschwerden ernst. Einige körperliche Untersuchungen sind nötig sein, um optimal helfen zu können. Möglicherweise fragt der Arzt auch nach seelischen Ursachen, denn auch die Seele kann bei der Entstehung der Probleme eine Rolle spielen.

Der Partner sollte daran teilhaben. Es ist möglich, den Anderen in eine Therapie mit einzubeziehen, insbesondere dann, wenn das Problem psychischer Natur ist.

Ist die Hemmung vor dem Arzt vorerst zu groß, sollte nach Alternativen gesucht werden. Dies könnte zum Beispiel der Besuch einer Beratungsstelle wie PRO Familia sein. Dort kann ohne Nennung des Namens über das Problem gesprochen und gemeinsam überlegt werden, wie es weiter geht.

Das Problem lösen

Wenn mit dem Arzt gesprochen wurde, wird dieser weitere Schritte veranlassen, um die Beschwerden zu bekämpfen. Es können und sollen sogar alle Fragen zur Therapie gestellt werden - nur, wenn der/die Betroffene und sein/ihr Partner auch hinter den therapeutischen Maßnahmen stehen, kann die Behandlung den gewünschten Erfolg bringen.

Die Gespräche mit der Partnerin bzw. dem Partner und dem Arzt sind die ersten Schritte für ein besseres Sexualleben. Es stellt eine Überwindung dar - aber es lohnt sich!

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