Erstellt am: 23.06.2004
Letzte Änderung am: 23.06.2004
In erhöhten Blutzuckerwerten, die zwar höher sind als normal, aber nicht hoch genug sind, um einwandfrei als Typ-2-Diabetes-Erkrankung eingestuft zu werden. Dies nennt man Prädiabetes.
In den meisten Fällen sind keine diabetischen Symptome festzustellen, so dass sich der Patient zwar auf dem besten Weg zum Typ-2-Diabetiker befindet, dies aber gar nicht merkt. Statistiken gehen davon aus, dass in den Industrieländern jeder 7. bis 10. an Prädiabetes leidet. Forschungen haben ergeben, dass bereits dieses frühe Stadium "vor dem eigentlichen Diabetes" ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Durch die erhöhten Blutzuckerwerte wird das Herz-Kreislaufsystem angegriffen und geschädigt, das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes durch eine Gefäßschädigung steigt enorm.
Eine frühe Erkennung ist vor allem in Hinblick darauf sinnvoll, als dass potentielle Typ-2-Diabetiker anders als Typ-1-Diabetiker der Krankheit in gewisser Weise gegensteuern können. Während die letztgenannten auf Insulin angewiesen sind, weil die Bauchspeicheldrüse das lebenswichtige Hormon nicht produziert, können viele Typ-2-Diabetiker durch Gewichtsreduktion und gesunden Lebensstil ohne Medikamente auskommen, oder bereits vorher den Übergang vom Prädiabetes zum Typ-2-Diabetes verhindern.
Woran Sie erkennen, dass Sie Prädiabetes haben könnten
Anzeichen für einen Prädiabetes sind Nüchternglukose-Werte zwischen 110 und 125 mg/dl oder Blutzuckerwerte zwischen 140 und 199 mg/dl nach dem Belastungstest mit 75 Gramm Glukose. Aber: Bei der bloßen Bestimmung des Nüchernblutzuckers bleiben bis zu 30 % der an Prädiabetes Erkrankten unerkannt - ein erschreckend hoher Prozentsatz.
Professor Walter Zidek vom Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Berlin erklärte daher bei einem Symposium, dass bei der Erkennung von Risikopatienten mehrere Faktoren einbezogen werden müssten. Bei einem Prädiabetiker kommen demnach folgende Risikofaktoren zusammen:
Auch wenn all diese Faktoren zutreffen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Betroffener tatsächlich Prädiabetes hat, bei etwa 80 %. Die Diagnose gestaltet sich schwierig, zumal großflächig angelegte Screening-Programme zur Erkennung von Betroffenen zu kostspielig wären, obwohl sie weitere Folgekrankheiten mit Sicherheit verhindern könnten.
Dennoch: Sollten Sie zu der oben angesprochenen Risikogruppe gehören (erhöhter Nüchternblutzucker, Übergewicht, Bluthochdruck), lohnt es sich für Sie gesundheitlich auf jeden Fall, durch Ernährung und Bewegung den Bluthochdruck und eventuelles Übergewicht zu senken und dem Risiko eines Prädiabetes, der später zum manifesten Typ-2-Diabetes wird, entgegen zu wirken. Falls Sie glauben, dass bei Ihnen ein Risiko für einen Prädiabetes besteht, sollten Sie deshalb mit Ihrem Arzt sprechen.