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Cuba

Humanitäre Hilfsgüter für Krankenhäuser auf Cuba

Kuba-Hilfe Die letzten beiden Großcontainer, bis zum Rand gefüllt mit Sachspenden aus Deutschland, sind gerade erst verschifft. Zeit zum Ausruhen bleibt den ehrenamtlichen Mitgliedern der Humanitären Cubahilfe trotzdem nicht. Denn das nächste Mammutprojekt, den Auf- und Ausbau landesweiter Diabeteszentren auf Cuba, ist bereits angelaufen.

Der 1995 in Bochum gegründete gemeinnützige Verein Humanitäre Cubahilfe e.V. zählt mittlerweile 140 Mitglieder. Ihr Augenmerk ist auf die Verbesserung der medizinischen Versorgung der Menschen auf Cuba gerichtet. So auch für Diabetiker. Die wenigsten freiwilligen Helfer waren vorher schon auf der karibischen Insel. Einzig allein der humanitäre Aspekt bewegt sie zum Mitmachen.


Gezielte Spenden

Schätzungsweise sechs Prozent der Bevölkerung fallen in den Risikobereich an Diabetes zu erkranken. In Zahlen ausgedrückt 673.781 der 11,2 Millionen Einwohner. Eine medizinische Versorgung der Betroffenen kann in einigen Bereichen nur ausreichend gewährleistet werden. Zwar verfügt die Insel über ausgesprochen gut geschultes Personal, aber oft sind den Ärzten mangels schlechter Ausstattung die Hände gebunden.
Die enge Kooperation zwischen Deutschland und Cuba begann mit dem Überbringen eines Koffers voller Medikamente; damals nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Schnell nahm die Hilfe größere Dimensionen an. Zu den Medikamenten gesellten sich EKG-, EEG-; Lungenfunktions- und Sauerstoffgeräte, Verbandsmaterial, Krankenhausbetten, Dialysegeräte, Transportfahrzeuge, Computer und Großküchen, wie zuletzt aus der Mensa der Universität Bochum. Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzten. Schätzungsweise 50 Millionen US Dollar in Sach- und Geldspenden konnte den Menschen in Cuba bereits zur Verfügung gestellt werden. Die Bochumer Mitglieder, von denen ein Großteil selbst Ärzte sind, sammeln in Deutschland Material aus Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken und Arztpraxen. In einem Zentrallager wird alles sortiert und transportfähig gemacht, bis es in Containern auf die große Reise geht.

Diabeteszentren als Anlaufstellen

In den letzten acht Jahren konnten auf diesem Wege Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen umfangreich ausgestattet werden. Dazu zählen, mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein Westfalen, die Renovierung der Rehabteilung der größten Kinderklinik des Landes in Holguin. Die Unterstützung von Begegnungs- und Schulungsstätten für Schwerhörige und Taube. Oder die verbesserte Ausstattung mit medizinischen Geräten des Diabeteszentrums in Pinar del Rio. Um nur einige zu nennen.

Seit Juli 2003 läuft eines der größten Vorhaben des Vereins: Mit finanzieller Unterstützung der World Diabetes Foundation, der Fundatión para al Diabetes und direkter Hilfe vor Ort soll das Netzwerk aller Diabeteszentren erweitert und verstärkt werden.
Ziel des Projektes ist es, kompetente Anlaufstellen für Patienten und Mediziner zu errichten. Eine ständige, flächendeckende ärztliche Kontrolle wird dadurch gewährleistet. Die Betroffenen bekommen fachkundige Antworten auf Fragen zum Umgang und zur Behandlung ihres Diabetes, sowie zu möglichen Folgeerkrankungen. Zusätzlich sollen künftig Kochkurse, Weiterbildungsseminare und eine Art Sprechstunde mit Fachärzten (Augenarzt, Podologe usw.) angeboten werden. "Die Zentren, verteilt auf alle Landesbezirke, sind Multiplikatoren zur Vorbeugung, Behandlung, Schulung und Rehabilitation von Diabetikern und Ärzten", fasst Bernd Kiefaber, Leiter des Projektes und stellvertretender Vorsitzender des Vereins, zusammen.


Fertigstellung in drei Jahren

Bis Juli 2006 sollen alle Planvorhaben in die Tat umgesetzt sein. Die World Diabetes Foundation stellt dafür insgesamt 319.500 Euro zur Verfügung. Die spanische Fundatión para al Diabetes plant die Hälfte der Summe durch spanische Sponsoren und Kooperationen an die WDF zurückzuzahlen. "Die Kosten für Flug, Verwaltung, Briefe und was alles noch so anfällt, bezahlen die Mitglieder größtenteils aus der eigenen Tasche", so Kiefaber. "Das Geld kommt so gesehen zu 110% ausschließlich den Menschen auf Cuba zugute."
In den nächsten fünf Jahren, so die Hochrechnung der Beteiligten, können durch ein gut ausgebautes Netz mehr als 150.000 Patienten davon profitieren. Die Nachhaltigkeit der Zentren ist durch volle Unterstützung auf cubanischer Seite garantiert. Ende Mai wollen sich Mitglieder der WDF und der Spanischen Fundatión para al Diabetes ein Bild von den ersten fertig gestellten Zentren machen. Das bedeutet noch jede Menge Arbeit für die Helfer der Humanitären Cubahilfe e.V.. "Die Dankbarkeit, die einem entgegengebracht wird, macht alles wieder wett", erklärt Kiefaber stolz.

Das Interview mit Bernd Kiefaber wurde durchgeführt am 29.01.2004.

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