Erstellt am: 19.04.2004
Letzte Änderung am: 19.04.2004
Entwicklungsländer können Aidsmedikamente und pharmazeutische Materialien für HIV-Tests jetzt zu drastisch reduzierten Preisen einkaufen. Dies ist das Ergebnis langer Verhandlungen zwischen der Stiftung des ehemaligen US- Präsidenten Bill Clinton und einem südafrikanischen und vier indischen Pharmaunternehmen.Bereits im letzten Jahr konnten 16 Entwicklungsländer, zu denen unter anderem Mosambik, Ruanda und Südafrika gehören, zu besonders günstigen Konditionen Medikamente einkaufen. Mit Abschluß der letzten Verhandlungen wuchs die Zahl auf mehr als 120 Entwicklungsländern an. Die entsprechenden Länder erhalten Medikamente mit Preisnachlässen bis zu 50%. So kostet künftig die Behandlung eines Patienten 140 Dollar, ein Drittel weniger als im Jahr zuvor. Bayer Diagnostics bietet zudem HIV-Test billiger als üblich an.
Auflagen für Länder
Dieses Angebot können alle Länder in Anspruch nehmen, die mit den Vereinten Nationen oder UN-Partnerorganisationen kooperieren. Zudem müssen alle interessierten Entwicklungsländer Zahlungsgarantien abgeben, langfristige Verträge unterschreiben und garantieren, dass die Medikamente den Betroffenen zufließt und nicht etwa an Industriestaaten wiederverkauft werden. Zur Unterstützung sind die Weltbank, das Kinderhilfswerk UNICEF und der Global Fund, eine Initiative von Unternehmen, Regierungen und Regierungen zur Vorbeugung, Behandlung von Tuberkulose, Aids und Malaria beteiligt.
Bill Clinton teilte in einer Stellungnahme mit: “Mit diesen Vereinbarungen sind wir einen Schritt weiter, um sicherzustellen, dass künftige Generationen ohne die Aids-Geißel leben können.“
Zahl der Infizierten steigt
In Afrika leben schätzungsweise drei Viertel aller weltweit HIV-Infizierten. Ein Großteil der Betroffenen sind Frauen und Kinder. Im vergangenem Jahr kamen 5 Millionen neu Infizierte hinzu. In den Entwicklungsländern sind zur Zeit nur 200 000 der Betroffenen in medikamentöser Behandlung. Die Weltgesundheitsorganisation hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum nächsten Jahr drei Millionen Aids-Patienten mit Medikamenten zu versorgen.
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Autor: Steffi Dörries
Quelle:
www.tagesschau.de
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