Erstellt am: 05.12.2011
Letzte Änderung am: 05.12.2011
Stress und Diabetes ist so eine Sache. Es gibt die unterschiedlichsten persönlichen Erfahrungen zum Thema Stress. Der Eine hat mit Stress wenig am Hut, bei anderen wiederum kann er im Zusammenhang mit Diabetes extreme Auswirkungen haben, denn dass Stress den Blutzuckerspiegel bei vielen Diabetikern ziemlich durcheinanderwirbeln kann, ist bekannt. Um die genauen Zusammenhänge und Wirkungen nachzuvollziehen, ist es erst einmal wichtig zu klären, was wir unter Stress verstehen und was in sogenannten Stresssituationen in unserem Körper abläuft.
Was genau ist überhaupt Stress?
Generell unterscheidet man zwei Formen von Stress. Es gibt den sogenannten "positiven" Stress, der einem hilft, eine gesunde Anspannung aufrecht zu erhalten, um wach und aufmerksam bestimmten körperlichen, geistigen oder seelischen Anforderungen gegenüberzutreten. Auswirkungen bei einer Krankheit wie Diabetes hat aber vielmehr der "negative" Stress, das heißt eine Anspannung, die als belastend empfunden wird.
Stress beeinflusst Zuckerstoffwechsel
Doch was passiert genau, wenn wir Stress empfinden und wie kann sich dies auf eine Diabeteserkrankung auswirken?
Stress bringt unser Gehirn und unser Nervensystem dazu, Substanzen (Hormone) herzustellen und auszuschütten, die unseren Körper in eine Art Anspannungs-Zustand versetzen: Der Herzschlag geht hoch, das Herz pumpt das Blut schneller in den Kreislauf, die Gefäße verengen sich und der Blutdruck steigt an. All diese Reaktionen dienten ursprünglich dazu, in akuten Gefahrensituationen den Körper möglichst schnell auf Flucht oder Kampf einzustellen. In solchen Situationen braucht der Körper viel Kraft und Energie, und greift unter anderem erheblich auf den Blutzucker zurück. Die Zuckerproduktion wird angekurbelt und der Blutzuckerwert steigt an.
Diabetiker doppelt belastet
Wer ständig "unter Strom steht" und Situationen ausgesetzt ist, die - körperlich oder seelisch - mit erheblichen Anspannungen verbunden sind, hat somit tatsächlich schlechtere Karten, wenn er Diabetiker oder diabetesgefährdet ist: Stress kann die Blutzuckerwerte verschlechtern. Hinzu kommt, dass bei einer chronischen Erkrankung wie Diabetes der "Stressfaktor" bei all den Dingen, die zu beachten sind, generell höher liegt.
Viel öfter entspannen
Jeder Diabetiker sollte strukturierte Diabetestherapie- und -schulungskurse besuchen, damit er den Umgang mit der Krankheit gelassener angehen können. Diabetiker, die aus den verschiedensten Gründen häufig und langandauernd unter Stress leiden, sollten sich nach Gelegenheiten zum Abbau übermäßiger Anspannungen umsehen. Die Möglichkeiten, unter Anleitung stressabbauende Entspannungsübungen zu lernen und anzuwenden, sind vielfältig. Von autogenem Training über Yoga bis hin zu progressiver Muskelentspannung reicht hier die Bandbreite.
Die Devise für Diabetiker sollte also gerade in den letzten hektischen Tagen vor Weihnachten lauten: Stressvermeidung als Stressprävention. Denn als gestresster Diabetiker werden die Zuckerwerte erst recht stressig.
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Autor: Carolin Bunge