Erstellt am: 16.04.2003
Letzte Änderung am: 16.04.2003
Diese treten allerdings wesentlich seltener auf. Am bekanntesten ist wohl der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes.
Auf eine andere Art soll an dieser Stelle hingewiesen werden: Immer mehr junge Menschen erkranken an MODY, Maturity Onset Type Diabetes in Young People.
Das ist ein Typ 2 Diabetes, der vor dem 25. Lebensjahr auftritt.
Die Ursachen dafür sind weitgehend bekannt. Auf der einen Seite ist ein ungesunder Lebensstil für die Erkrankung verantwortlich. Übergewicht, hoher Blutdruck, hoher Cholesterinspiegel und Fettstoffwechselstörungen sind die einflussreichsten Faktoren.
Andererseits ist der Ausbruch von MODY sehr stark durch erbliche Vorbelastung bedingt. In den meisten Fällen sind auch Eltern und Großeltern an Typ 2 Diabetes erkrankt. Mittlerweile gibt es schon einen genetischen Test zur Feststellung dieser dominant vererbten Krankheit.
In der Regel bleibt die eigene Insulinproduktion noch lange erhalten, so dass der Krankheitsverlauf mit Tabletten oder einer niedrig dosierten Insulintherapie kontrolliert werden kann.
Bereits vor etwas mehr als zwei Jahren untersuchte eine Arbeitsgruppe für Rheumatologie und Stoffwechselerkrankungen diese Art des Diabetes. Dabei stellten sie fest, dass nicht wie bisher angenommen etwa zwei Prozent der Zuckerkranken sondern möglicherweise 10 bis 15 Prozent von MODY betroffen sind.
Das klinische Erscheinungsbild kann nach diesen Ergebnissen sowohl Typ 1 als auch Typ 2 ähneln.
Die Forschungsgruppe um Dr. Jürgen Gräßler hat fünf Gene identifiziert, die von Veränderungen betroffen sind. Je nachdem, welche Gene Mutationen aufweisen, kann es zu einem Stopp der Insulinproduktion kommen - dann muss der Betroffene Insulin spritzen. Wird die Produktion lediglich eingeschränkt, reicht eine Behandlung mit oralen Medikamenten aus, um Bauchspeicheldrüse zu einer vermehrten Herstellung des Hormons anzuregen.
Eine Mutation des MODY-Gens 2 ist bei vielen Frauen für die Entwicklung von Schwangerschaftsdiabetes verantwortlich.
Bei einer Veränderung im MODY-Gen 5 treten verstärkt Nierenschäden auf.
Bisher ist der Begriff MODY relativ unbekannt. Doch in den nächsten Jahren wird sich diese Form des Diabetes immer weiter ausbreiten. Von einigen Wissenschaftlern wird sie bereits als Typ 3 bezeichnet. Wenn man zur Risikogruppe gehört, sollte man versuchen, Übergewicht und ungesunde Lebensweise zu vermeiden.