Erstellt am: 01.10.2003
Letzte Änderung am: 24.10.2003
Pillen, Tropfen, Pulver gegen Kopf- und Glieder- oder Herz-Kreislaufbeschwerden, Hüftspeck, Liebeskummer, schlechte Laune oder "Midlifecrisis" - der Kreativität der Pharmazeuten sind keine Grenzen gesetzt. Doch längst vertrauen Kranke nicht einzig allein der Wirksamkeit der bunten Pillen. Hinzu kommt die Unwissenheit über Inhaltsstoffe und deren Nebenwirkungen. Das Lesen des kleingedruckten Beipackzettels hilft nur den im Medizin-Fachjargon Bewanderten weiter. Statt also den hiesigen Pharmazeuten einzig allein zu vertrauen, boomt das Geschäft mit Heilverfahren fernöstlicher Kulturen. Die Fußreflexzonenmassage (kurz: FRZ) ist nur eine davon. Statt mit Medikamenten oder medizinischen Instrumenten reicht bei der Behandlung der mit der Hand ausgeübte gezielte Druck auf die Fußsohlen aus.
Fußsohlen rücken weltweit ins Visier
Früh erkannten Mediziner den Zusammenhang zwischen bestimmten Zonen am Fuß und den entsprechenden Organen oder Regionen des Körpers. In der Frage, wer als erster diese Methode angewendet haben soll, scheiden sich die Geister. Denn sowohl bei den Inkas, im Alten Rom, in Indien und antiken China war dieses Heilverfahren bekannt. Während einige Indianerstämme noch heute die ursprüngliche Form der Fußmassage anwenden, wird hierzulande die abgeänderte "Zonen-Therapie" gebraucht.
1913 veröffentlichte der amerikanische Arzt Dr. William Fitzgerald erstmals die Ergebnisse seiner nach ihm benannten Therapieform. Gestützt auf die Erkenntnisse der alten indianischen Volksmedizin, erkannte er den Zusammenhang zwischen den Zonen am Fuß und der Wirkung auf erkrankte Organe. Diese "Neuentdeckung" brachte auch viele Skeptiker hervor. Es mangele an wissenschaftlichen Beweisen, lautet auch heute noch der Vorwurf. An den Patienten durchgeführte Messungen konnten aber sicherstellen, dass der Körper auf die Massage reagiert. Es kommt zu vermehrter Schweißabsonderung oder Frösteln. Auch Körpertemperatur, Gesichtsfarbe, Atem- und Pulsfrequenz verändern sich nachweislich. Nebenwirkungen sind bei richtiger Anwendung bisher nicht bekannt. Doch was so einfach klingt, muss erst einmal erlernt werden.
Der Fuß als menschliche Karte
Fitzgeralds gebräuchliche "Zonen-Therapie" kann mit dem Lesen einer Landkarte verglichen werden. Demnach widerspiegeln die Füße den gesamten Menschen. Fitzgerald teilte den menschlichen Körper in zehn Längszonen und drei waagerechte Zonen ein und übertrug diese auf die Fußsohlen. Jeder Körperpartie wird ein knapp daumennagelgroßer Fleck, "der Reflexzone" auf dem Fuß zugeordnet. In dieses "Landkartensystem" mit eingeschlossen, sind die Fußgelenke und Knöchel.
Wird ein Therapeut aufgesucht, verläuft die Behandlung nach diesem Karten-Prinzip. Der Patient liegt auf dem Bauch, die Fußsohlen werden mit Augen und Händen begutachtet und beurteilt. Danach erstellt der Masseur eine "Karte" und zeichnet diese auf. Dann erst beginnt die Massage des Fußes, besonders der betroffenen Zonen. Eine Behandlung dauert im Schnitt 30 min und muss mehrfach (10-12 Mal) wiederholt werden. Wichtig ist, dass der Patient nach der Behandlung eine Ruhepause von etwa einer halben Stunde einlegt. Die Massage kann so durch natürliche Impulse positiv auf die erkrankten Stellen einwirken. Dies fördert die Durchblutung in erheblichem Maße.
Die FRZ wird häufig zur Behandlung folgender Krankheiten eingesetzt:
· Rheumatische Erkrankungen
· Kreislaufprobleme
· Verdauungsstörungen
· Erkältungen
· Entzündungen
· Menstruationsbeschwerden
· Kopfschmerzen und Migräne
In Deutschland wurden bisher keine Studien veröffentlicht, die einen direkten Zusammenhang zwischen der Fußreflexzonenmassage und der Behandlung des Diabetes untersucht haben. Berichte von Diabetikern, die diese Form der alternativen Behandlung ausprobiert haben, schildern aber positive Einflüsse auf den Blutzucker und von Linderung von Schmerzen. Diese Art der Therapie kann aber nie die komplette Behandlung des Diabetes ersetzen. Daher ist eine vorherige Absprache mit dem Diabetologen erforderlich.
Auch wenn diese Art der Behandlung jede Körperregion erreichen kann, sollte bei akuten Entzündungen der Venen, Fieber, Durchblutungsstörungen und offenen Wunden diese Therapieform nicht eingesetzt werden.
Die Behandlungen können von Masseuren, Physiotherapeuten und Heilpraktikern mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt werden. Die Kosten muss der Patient alleine tragen. In Ausnahmefällen übernehmen private Kassen einen Teil der Behandlungskosten.
Das D´gate Fußspecial:
Autor: Steffi Dörries
Quelle:
www.gothaer.de
www.fussreflex.de