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Bronze-Diabetes

Bronze-Diabetes - ein Symptom, das auf schwere Eisenspeicherkrankheit hinweist

Die Eisenspeicherkrankheit ist durch eine erhöhte Aufnahme von Eisen gekennzeichnet. Tritt eine erhöhte Konzentration in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) auf, greift das Eisen die insulinbildenden Zellen an und zerstört diese.

Die Eisenspeicherkrankheit ist durch eine erhöhte Aufnahme von Eisen gekennzeichnet. Normal bei einem erwachsenen Mann ist die tägliche Aufnahme von 1mg Eisen aus der Nahrung, bei Frauen während der fruchtbaren Jahre etwa 2 mg. Ist diese Funktion gestört, steigt die Tagesmenge auf das 10fache an. Die überschüssigen Spurenelemente kann der Körper nicht verarbeiten. Anstatt sie auszuscheiden, lagert er sie in lebenswichtigen Organen wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Herzmuskel oder Niere ab. Tritt eine erhöhte Konzentration in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) auf, greift das Eisen die insulinbildenden Zellen an und zerstört diese. Die Folge ist eine spezielle Form des Insulinmangeldiabetes. Im fortgeschrittenen Stadium verfärbt sich die Haut bronzefarben, daher die Bezeichnung "Bronze-Diabetes". Besonders häufig ist eine Verfärbung der Haut in den Achselhöhlen, im Genitalbereich und an den Händen zu erkennen.
Erstmalig wurde die Hämochromatose 1889 beschrieben. Forscher gehen heute von einer vererbbaren Erkrankung aus, die möglicherweise mit einer genetischen Mutation verbunden ist. Eine genaue Zahl der Betroffenen ist nicht bekannt. Schätzungsweise jeder 400. Bürger trägt eine solche Veranlagung in sich. Die medizinische Universität Hannover hat ein sogenanntes "Screening" an allen Studenten durchgeführt. Sie untersuchte, wie viele von denjenigen, die eine genetische Veranlagung haben, auch wirklich krank wurden. "Die Ergebnisse bestätigen, dass mehr Menschen als bisher angenommen betroffen sind", erklärt der an der Untersuchung beteiligte Oman Teppersien, Marketingleiter bei Hain-Lifesciene und Diplom-Biologe. "Die Häufigkeit der Krankheit wird unterschätzt. Es besteht ein enormer Aufklärungsbedarf", sagt Teppersien weiter.

Symptome

Bei Männern tritt die Eisenspeicherkrankheit zehnmal so häufig auf wie bei Frauen. Bei diesen wird durch die Menstruation das Blut gereinigt, so dass die Eisenkonzentration konstant bleibt. Bis sich eine erhöhte Eisenkonzentration gesundheitsschädigend auf die Organe auswirkt, vergehen viele Jahre.
Die ersten Symptome treten bei Männern häufig zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf. Frauen klagen für gewöhnlich erstmals nach der letzten Regelblutung vor der Menopause über Beschwerden.
Eisen ist im Körper an vielen Stoffwechselprozessen und der Atmung beteiligt. Ein Teil des aufgenommenen Spurenelements speichert der Körper für "schlechte Zeiten". Ist diese Funktion gestört, verliert der Körper die Kontrolle über die benötigte Menge und sammelt mehr Eisen an als er tatsächlich benötigt. Über Jahre hinweg werden die inneren Organe in Mitleidenschaft gezogen. Die Leber vergrößert sich und wird hart, im fortgeschrittenen Stadium kann eine schmerzhafte Leberzirrhose die Folge sein. Häufig gehen mit der Krankheit auch Schwellungen an den Gelenken bis zur Steifheit der betroffenen Stellen einher. Folgeerkrankungen können auch Zyklusstörungen, Impotenz, Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit oder Wasser in den Beinen sein. In knapp 80 % der Fälle ist die Bauchspeicheldrüse betroffen: Die Spätfolge ist der sogenannte Bronze-Diabetes.

Früherkennung und Behandlung

Eine ernsthafte Schädigung der Organe tritt erst nach Jahren ein. Viele Kennzeichen deuten aber bereits im Vorfeld darauf hin. Stellt der Arzt erhöhte Leberwerte fest, sollte als nächstes die Eisenkonzentration im Blut bestimmt werden. Bei erhöhten Werten kann eine Überprüfung der Transferrin-Sättigung (Transferrin= Eisentransporteiweiß im Blut) endgültig Klarheit über eine mögliche Erkrankung schaffen. Normal liegt der Trasnferrin-Sättigungsgrad bei 45 %. Zwischen 45-70 % spricht man von einer beginnenden Hämochromatose und ab 90 % ist die Krankheit symptomatisch. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann zusätzlich eine Gewebeprobe aus Haut oder Leber entnommen werden.
Nach der Manifestierung der Hämochromatose muss vordergründig der Eisengehalt im Blut gesenkt werden. Hierzu wird die alte Methode des Aderlasses verwendet. Dem Patient wird in mehreren Sitzungen jeweils ein halber Liter Blut entnommen. Bei dieser großen Menge an Blut ist der Körper gezwungen, seine Eisenreserven aus den Organen zu verwenden. Je nach angesammelter Menge kann sich die Behandlung von einigen Monaten bis zu zwei Jahren hinziehen. Um eine erneute Anlagerung zu unterbinden, muss der Betroffene weiterhin in größeren Abständen zum Aderlass.
Wurde rechtzeitig mit der Therapie begonnen, können dauerhafte Schäden der Organe verhindert werden. Einer unbehandelten Eisenspeicherkrankheit folgt im schlimmsten Fall der Tod, meist als Folge von Leber- oder Herzversagen oder durch den unbehandelten Diabetes.

Vorsorge

"Die besten Vorsorgemaßnahmen sind regelmäßiges Blutspenden und die Kontrolle des Bluteisenwertes durch den Arzt", rät Teppersien. Da diese Krankheit allein durch Vererbung übertragbar ist, sollten sich Familienangehörige eines Betroffenen regelmäßiger Kontrolle unterziehen. Zwar ist die Krankheit nicht heilbar, kann aber durch die Aderlasstherapie gut und einfach behandelt werden. "Die Bestimmung des Eisenwertes und möglicherweise der Transferrin-Sättigung sollten im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Die Überprüfung ist einfach, kostengünstig und könnte viele Folgeerkrankungen verhindern", plädiert Teppersien.

Das Interview wurde am 11.08.2003 durchgeführt.

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