Erstellt am: 31.05.2007
Letzte Änderung am: 31.05.2007
Eine von Roche Diagnostics unterstützte Umfrage unter 2000 Menschen mit Diabetes hat jetzt ergeben, dass mehr als jeder Zweite gelegentlich Messungen ausfallen lässt. Einer der Hauptgründe: Das Messen in der Öffentlichkeit wird immer noch als unangenehm oder zu kompliziert empfunden.Dabei ist die Blutzucker-Selbstkontrolle ein wichtiges Instrument, um ein gesundes und flexibleres Leben mit Diabetes zu führen. Wer regelmäßig misst, lernt seinen Körper kennen und findet zu einem selbstverständlichen Umgang mit Diabetes, so das Credo von Ärzten und Diabetesberatern. Doch das ist leichter gesagt als für viele Patienten in ihrem Alltag umsetzbar. Besonders unterwegs neigen viele Diabetiker nach wie vor dazu, Messungen einfach wegfallen zu lassen. Die Hemmungen sind häufig noch zu groß.
Druck in der Öffentlichkeit
Sich beobachtet fühlen oder die Sorge, in der Öffentlichkeit aufzufallen - die Motive, weshalb Menschen sich nicht trauen, ihren Diabetes zu offenbaren, sind vielfältig. Mehr als jedem Dritten innerhalb der Umfrage war es unangenehm, eine Messung vor den Augen anderer durchzuführen. Nach der Auffassung der Diabetesberaterin Susanne Rose Fröhlich aus Hamburg trifft dieses Problem auf Patienten in allen Altersschichten zu, „die Furcht, anders zu sein als die anderen, ist bei vielen Menschen verankert und wird durch den Diabetes oft verstärkt.“
Vorurteil: Kompliziertes Messen
Eine weiterer Grund für das Auslassen des Messens ist ein Vorurteil. So entscheiden sich die meisten der Befragten aus Bequemlichkeit dagegen, unterwegs zu messen. 41 % geben an, es sei zu kompliziert. Hinzu kommen Angaben, sie hätten die Utensilien nicht dabei oder die Vorbereitung der Messung wäre zu aufwendig. Aus Therapiegesichtspunkten sind diese Argumente nicht nachvollziehbar. „Die Blutzuckerwerte regelmäßig zu messen bedeutet auch, die Werte in allen relevanten Situationen wie vor und nach dem Essen oder vor und nach sportlichen Aktivitäten zu messen. Das ist Grundvoraussetzung für eine optimale Therapie,“ so Rose-Fröhlich.
Ungewohnte Umgebung
Als dritte Hemmschwelle werden die ungewohnte Umgebung und die ungünstigen Bedingungen unterwegs angegeben. Den Betroffenen fehlt oft die Diskretion und Privatsphäre. „Viele Menschen suchen aus Diskretionsgründen die Toilette auf, was unter hygienischen Aspekten nicht ratsam ist“, betont die Hamburger Diabetesberaterin.
Hilfreiche Tipps
Um diese aufgezeigten Hemmschwellen beim Messen unterwegs zu überwinden hat Rose-Fröhlich auch ein paar Ratschläge parat. So empfiehlt sie moderne Blutzuckermessgeräte, welche den Vorgang des Messens erheblich vereinfachen und leicht zu transportieren sind. Taschen eignen sich unterwegs besonders gut um darin diskret den Messvorgang durchzuführen. Außerdem betont sie, dass Flexibilität im Umgang mit den Messgeräten erlernbar sei. Ein regelmäßiges Mess-Training zu Hause mache so auch die Messung unterwegs schneller und unabhängiger.
Autor: Carolin Bunge
Quelle:
Pm von Roche
http:www.diabetes-world.net/69968/Blutzuckerselbstmanagementreportdeutschland2006