Erstellt am: 13.10.2006
Letzte Änderung am: 13.10.2006
Blutzuckermessen gehört für Diabetiker so selbstverständlich zum Leben wie Schlafen und Essen. Ihr Blutzuckerspiegel soll zwischen 80 und 140 mg/dl liegen. Die Therapie hilft, diesen Werten möglichst nahe zu kommen. Bei der regelmäßigen Selbstkontrolle kann man feststellen, ob man den Blutzucker im Griff hat. Insulinpflichtige Diabetiker berechnen anhand des Blutzuckerwerts und der geplanten Aktivitäten wie Essen oder Sport die Menge der Insulineinheiten, die sie spritzen müssen. Doch auch für Diabetiker, die mit Tabletten therapiert werden, ist das Messen sehr wichtig. Die ROSSO-Studie fand heraus, dass Nichtinsulinpflichtige, die ihren Blutzucker selbst kontrollieren, wesentlich seltener von Folgeerkrankungen betroffen sind und die Zahl der Todesfälle abnimmt. Umso wichtiger ist es also, dass man sich auf das Ergebnis verlassen kann. Denn schwankende Blutzuckerwerte können auch durch fehlerhaftes Messen entstehen.
Die Einstichstelle
Verunreinigungen, z.B. Schmutz-, Schweiß- und Essensreste auf der Hautoberfläche können die Messergebnisse verfälschen. Wenn die Hände vorher mit warmem Wasser gereinigt werden, verbessert sich gleichzeitig die Durchblutung. Seife, Desinfektionsspray oder Alkohol sind nicht nötig. Sie können zu falschen Werten führen.
Feuchte Finger und festes Drücken, das Gewebeflüssigkeit austreten lässt, verflüssigen den Blutstropfen und senken damit den gemessenen Glukosewert. Ist der gewonnene Blutstropfen zu klein, kann man den Arm ausschütteln oder das Blut in Richtung Fingerkuppe ausstreichen. Außerdem sollte die Einstichstelle ständig gewechselt und unbedingt gepflegt werden, da sich sonst Hornhaut bildet und man immer tiefer stechen muss, um genug Blut zu erhalten.
Empfindliche Teststreifen
Die Teststreifen sollten bei Zimmertemperatur und trocken in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt werden, da Kälte die Werte nach unten und Wärme nach oben verfälscht. Abgelaufene und beschädigte Streifen sind nicht mehr zuverlässig.
Blutzuckermessgeräte
Die meisten Blutzuckermessgeräte müssen regelmäßig codiert werden, da sich die Beschichtung der Teststreifen mit jeder neuen Packung ändern kann. Durch das Codieren stellt sich das Messgerät darauf ein. Ob und wie codiert werden muss, steht auf der Verpackung.
Bei einigen Messgeräten kann die Medikamenteneinnahme, z.B. von Schmerztabletten oder Vitamin C, den Messwert beeinflussen. Auch eine zu niedrige oder zu hohe Umgebungstemperatur bzw. ein zu niedriger Sauerstoffgehalt wie in den Bergen oder im Flugzeug können das Ergebnis verfälschen.
Die Messgenauigkeit der Geräte muss regelmäßig überprüft werden, z.B. mit Hilfe von Parallelmessungen mit geeichten Laborgeräten beim Arzt oder mit einer Kontrollflüssigkeit zu Hause.
Richtig messen kann man lernen
Am Anfang einer Diabetes-Therapie ist eine gute Schulung sehr wichtig, damit der Patient das richtige Blutzuckermessen lernt. Später kann man in weiteren Schulungen sein Wissen auffrischen, um Nachlässigkeitsfehler, die sich im Alltag eingeschlichen haben, zu korrigieren. Doch auch die Apotheker spielen eine wichtige Rolle beim Umgang mit Teststreifen und Co. Laut EDGAr-Studie halbiert bereits eine einmalige Beratung durch einen Apotheker die Fehler bei der Blutzuckerselbstkontrolle.